Monika Jaeckel

Monika Jaeckel forschte lange Jahre beim Deutschen Jugendinstitut in München als Soziologin zu frauen- und familienpolitischen Themen. Dann zog sie nach Amsterdam und gründete zusammen mit ihrer Ehefrau Marieke van Geldermalsen die Firma M&M - Coaching & Research in Social Innovation.
Musikalisch war sie nach den Flying Lesbians noch in verschiedenen Frauenbands in München aktiv, unter anderem mit "Witch is Witch" , "Rhythm and Romance" und "Samt und Saite".
Am 6.11.2009 ist Monika Jaeckel an Gebämutterkrebs gestorben. Ihre Gefühle und ihre Entwicklung während der Krankheit beschrieb sie regelmässig in Rundbriefen. In den Tagen vor ihrem Tod sah sie ein strahlendes Licht und einen weiten Kreis von Menschen, die traumhaft sangen und tanzten. Sie stellte sich vor, dass sie in einer Art Hängematte dort hinüberschwingen würde. So wurde es dann ein schöner, friedlicher Übergang.
Dies und weiteres von und über Monika Jaeckel kann man hier nachlesen:

www.monikajaeckel.com

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Biografisches

Ich stiess erst nach den ersten Auftritten dazu – als die Tourneen in den Westdeutschen Städten begannen. Von Anfang an war ich im ganz wörtlichen Sinne eine „Flying Lesbian“. Denn ich wohnte in Westdeutschland und kam zu den Übungsterminen der Band nach Berlin eingeflogen.

Anekdotisches

Das Lied „Wir sind die homosexuellen Frauen“ war das Ergebnis eines feucht fröhlichen Abends rund um das Lagerfeuer auf einem internationalen Frauencamp in Süd-Frankreich. Zuvor hatten wir einen Aufruhr am Strand produziert, als wir einen „Grapscher“ kollektiv bei der Polizei angezeigt hatten.

Was war das Wichtigste damals an den Flying Lesbians für Dich?

Wir hatten Botschaften, wir hatten Visionen, wir hatten die Wertschätzung für das eigene Geschlecht entdeckt. Wir waren stolz auf unsere Liebe zu Frauen. Die Band und die Frauenfeste boten eine wunderbare Plattform dem allem Ausdruck zu geben: lautstark, zelebrierend, übermütig, mit Genuss!! Wir hinterfragten Rollenstereotype und rührten an Tabus. Wir bauten das Flugzeug während wir es flogen.

Wie siehst du die Bedeutung der Flying Lesbians heute?

Jede Bewegung braucht ihre Lieder, ihre Rituale, ihren Kult. Das schafft Identifikation und stellt Gemeinsamkeit her. Die Flying Lesbians gaben der Frauen- und Lesbenbewegung Klang und Stimme und transportierten die Aufbruchstimmung der frühen Jahre – aufmüpfig, grenzüberschreitend, parteiisch, größenwahnsinnig. Wir boten Frauen und der Frauenbewegung eine Identifikationsfläche, sich selbst zu feiern.

 

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